Gewerbetreibende und Arbeitnehmende protestieren gegen neue Tourismuszone in der Berner Altstadt!

Heute protestierten rund 50 Gewerbetreibende und Arbeitnehmende der unteren

Altstadt gemeinsam mit der Unia vor dem Rathaus gegen das neue HGG und

übergaben dem Volkswirtschaftsdirektor ihre Forderungen. Die Unia wird sich

weiterhin gegen die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten wehren und unterstützt

die Beschäftigten, die das neue Gesetz grossmehrheitlich ablehnen.

Das zur Vernehmlassung stehende Gesetz für Handel und Gewerbe (HGG) sieht vor, die

Berner Altstadt vom Zytglogge bis Bärengraben zur Tourismuszone zu machen. Die

Geschäfte dürften demnach auch am Sonntag geöffnet sein. Begleitet von rund 50 Personen

übergaben die Gewerkschaftssekretäre/innen der Unia Bern unter lautstarkem Applaus heute

ihre Vernehmlassungsantwort dem zuständigen Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann.

Sonntag ist Ruhetag

Die Beschäftigten aus dem Detailhandel lehnen das neue Gesetz grossmehrheitlich ab. Die

Erweiterung der Berner Altstadt zur Tourismuszone sei nur der Anfang, machen sie geltend.

Es bestehe die Gefahr, dass der bereits bestehende Verdrängungswettbewerb weiter

verschärft würde. Auch die Unia kritisiert das neue Gesetz: Es steht im Konflikt mit dem

Arbeitsgesetz, das besagt, dass der Sonntag für Arbeitnehmende ein arbeitsfreier Tag ist.

Keine Nachfrage

Da bereits heute die ausgeweiteten Ladenöffnungszeiten nicht ausgenützt

werden, besteht anscheinend keine genügende Nachfrage. In der unteren Altstadt werden die

liberalen Ladenöffnungszeiten nicht ausgenützt und am Abendverkauf beteiligen sich nur

einzelne Geschäfte. Die Erfahrung aus den letzten Jahren zeigt, dass auch in der oberen

Altstadt nicht mehr alle Geschäfte die vollen Möglichkeiten der Ladenöffnungszeiten

ausschöpfen, ebenso ist die Beteiligung der Geschäfte welche am Night Shopping teilnehmen

am Abflauen. Aus diesen Gründen lehnen die Beteiligten die Anpassung des HGG in dieser

Art und Weise ab